Ein ganz besonderer Tag liegt hinter uns: Mit Mona Harry durften wir eine renommierte Poetry-Slammerin und Autorin an unserer Schule begrüßen. Von der ersten bis zur zehnten Klasse wurde dieser Besuch zu einem inspirierenden Erlebnis – und vor allem zu einer eindrucksvollen Begegnung mit der Kraft der gesprochenen Sprache.
Bereits zu Beginn nahm Mona Harry die Klassen acht bis zehn mit in die Welt des Poetry Slams. Mit viel Energie, Witz und Nähe zum Publikum erklärte sie, worum es dabei geht: um Texte, die live performt werden, um Sprache, die wirkt, und um Gefühle und Gedanken, die in wenigen Minuten auf den Punkt gebracht werden. Ganz ohne Requisiten zählt allein das gesprochene Wort – ehrlich, direkt und persönlich.
Besonders eindrücklich war dabei ihr eigener Weg: In der Schule, so berichtete sie offen, hatte sie lange Zeit mit Rechtschreibung und Zeichensetzung zu kämpfen. Sprache war für sie zunächst eher Hürde als Ausdrucksmittel. Erst durch das Poetry Slammen entdeckte sie, was in Sprache wirklich steckt: Freiheit, Kreativität und die Möglichkeit, sich selbst eine Stimme zu geben. Heute nutzt sie genau das, um ihre Gedanken und Gefühle auf ihre ganz eigene Weise auszudrücken – und damit andere zu berühren und mitzureißen.
Im Anschluss präsentierte sie eigene Texte, die das eindrucksvoll unter Beweis stellten. Mit großer Ausdruckskraft und Authentizität sprach sie über Themen wie Schönheitsideale, Rollenbilder, die Herausforderungen von Fahrradreisen oder auch die große Liebe. Dabei wurde spürbar: Poetry Slam ist mehr als nur ein Wettbewerb – es ist eine Form, sich selbst zu entdecken und gehört zu werden.
Für die jüngeren Schülerinnen und Schüler der Grundschule wurde es anschließend fantasievoll und interaktiv. Mona Harry stellte ihr Buch „Mutproben“ vor und verwandelte die Lesung in eine kreative Entdeckungsreise. Gemeinsam mit den Kindern entwickelte sie aus einzelnen Ideen fantasievolle Wesen und Bilder, die sie live zeichnete. Während sie auswendig aus ihrem Buch rezitierte, konnten alle ihre Illustrationen auf dem digitalen Board mitverfolgen.
Im Mittelpunkt stand die Geschichte von Paula, die Mut sammelt, indem sie Tiere befragt, was Mut für sie bedeutet. Am Ende beweist sie selbst den größten Mut – eine Botschaft, die viele Kinder sichtlich bewegte.
Auch die Klassen fünf bis sieben tauchten in kreative Sprachwelten ein: Mit ihrem Buch „Lexikon der ganz ganz sicher nicht ausgedachten Tiere“ regte Mona Harry die Schülerinnen und Schüler dazu an, eigene fantasievolle Tierwesen zu erfinden und in Worte zu fassen. Spielerisch wurde hier deutlich, wie viel Freude Sprache machen kann, wenn man sie frei nutzt.
Was diesen Tag so besonders machte, war neben der Vielfalt der Inhalte vor allem die Botschaft dahinter: Sprache muss nicht perfekt sein, um kraftvoll zu wirken. Im Gegenteil – gerade im Poetry Slam geht es darum, die eigene Stimme zu finden und den Mut zu haben, sie zu zeigen. Mona Harry vermittelte eindrucksvoll, dass aus Unsicherheiten Stärken werden können.
Ein besonderer Dank gilt dem Förderverein, der die Kosten für die Autorenlesung übernommen hat – das ist alles andere als selbstverständlich und hat diese Veranstaltung erst möglich gemacht. Ebenso möchten wir uns herzlich bei Andrea Martensen bedanken, die die gesamte Organisation übernommen hat und den Kontakt zu „Insel, Lieder, Leute“ herstellte; so konnte auch eine Lesung für die Inselgemeinde stattfinden.
Ein rundum gelungener Tag, der sicher noch lange nachwirken wird – und der vielleicht bei dem einen oder der anderen die Lust geweckt hat, selbst zum Stift zu greifen und die eigene Stimme zu entdecken.

