Sonne, Teamgeist und Hanseflair – Klassenfahrt der Doppelklasse 5/6 nach Lübeck

Vom 20. bis 24. April 2026 machte sich die Doppelklasse 5/6 der Hermann-Neuton-Paulsen-Schule mit insgesamt 14 Schülerinnen und Schülern sowie zwei Begleitpersonen auf den Weg zu einer erlebnisreichen Klassenfahrt nach Lübeck. Mit dabei war auch Marlies von Holdt, eine ehemalige Kollegin unserer Schule, die die Klasse bereits aus früheren Fahrten kennt und die Reise mit viel Engagement und Herz begleitete.

Schon die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln wurde für unsere Inselkinder zu einem besonderen Erlebnis. Früh am Morgen gestartet, erreichten wir gegen 13:00 Uhr die Hansestadt. Nach einer ersten Orientierung ging es direkt auf Rallye durch die Altstadt: In Kleingruppen erkundeten die Schülerinnen und Schüler bedeutende Sehenswürdigkeiten wie das Holstentor, den Lübecker Dom und die Marienkirche – und entdeckten Lübeck eigenständig und mit großer Neugier.

Ein weiterer großer Pluspunkt dieser Fahrt war unsere Unterkunft: Mitten in der Altstadt wohnten wir in der Jugendherberge Lübeck Altstadt, einem historischen Kaufmannshaus in der Mengstraße. Das Gebäude, ein ehemaliges Hansehaus, beeindruckte mit hohen Decken, großzügigen Räumen und viel historischem Charme. Besonders schön war der Frühstücksraum, der wie ein kleines Bistro gestaltet war und perfekt zum stilvollen Ambiente des Hauses passte. In derselben Straße befindet sich auch das berühmte Buddenbrookhaus der Familie Mann. Für die Schülerinnen und Schüler war es ein echtes Erlebnis, mitten im Herzen der Altstadt zu wohnen – man trat aus der Tür und war sofort im lebendigen Zentrum der Stadt.

Ein ganz besonderer Schwerpunkt dieser Klassenfahrt war das gemeinsame Essen – und das auf eine Weise, die für Klassenfahrten alles andere als selbstverständlich ist. Statt klassischem Jugendherbergsessen konnten die Schülerinnen und Schüler jeden Abend echte kulinarische Highlights erleben.

Gleich am ersten Abend ging es zu „Mister Wu“. Dort erwartete uns ein großes All-you-can-eat-Buffet mit einer beeindruckenden Auswahl: Sushi, verschiedene Hühnchen-, Schweine- und Rindfleischgerichte sowie zahlreiche Spezialitäten der asiatischen Küche. Besonders spannend war die offene Küche, in der sich die Schülerinnen und Schüler eigene Gerichte zusammenstellen konnten – von Kängurufleisch über kleine Hummer und Riesengarnelen bis hin zu Tintenfisch und Hirsch. Ein echtes Highlight war zudem die moderne, computergesteuerte Serviertechnik: Kleine Roboter brachten die frisch zubereiteten Speisen direkt an unseren Tisch – ein Erlebnis, das alle begeisterte.

Der Dienstag begann sportlich: Während einige joggten, starteten andere mit einer Walkingrunde in den Tag. Anschließend besuchten wir das Europäische Hansemuseum, wo die Schülerinnen und Schüler interaktiv die Geschichte und Bedeutung Lübecks als Zentrum der Hanse kennenlernten. Am Nachmittag wartete ein weiteres Highlight: eine dreieinhalbstündige Kanutour rund um die Stadt. In kleinen Teams paddelten die Schülerinnen und Schüler auf den Wasserwegen und erlebten Lübeck aus einer völlig neuen Perspektive. Teamgeist, Koordination und gemeinsames Handeln standen dabei im Mittelpunkt, doch der eine oder andere hatte im Anschluss Muskelkater bei dieser sportlichen Herausforderung.

Am Abend kehrten wir beim „Dönermann“ ein, wo die Wirtsfamilie extra für uns Tische zu einer langen Tafel zusammengeschoben hatte. In dieser gemütlichen Atmosphäre genossen wir gemeinsam ein leckeres Essen und erhielten sogar Freigetränke – ein rundum gelungenes und herzliches Erlebnis.

Der Mittwoch führte uns mit dem Schiff nach eineinhalb Stunden nach Travemünde. Dort besichtigten wir die Viermastbark „Passat“, ein Paradebeispiel der legendären „Flying-P-Liner“ der Reederei F. Laeisz und erhielten spannende Einblicke in die Welt der traditionellen Seefahrt. Die mittlerweile 81-jährige Tochter der Seglerlegende Robert Clauß war unsere Führerin und ließ uns an den Erlebnissen ihres Vaters teilhaben, der in der Rekordzeit von 62 Tagen von Südengland nach Australien mit der „fliegenden“ Windjammer segelte.

Zurück in Lübeck ging es am Abend ins „Portofino“, ein bekanntes italienisches Restaurant. Hier konnten die Schülerinnen und Schüler Holzofenpizza genießen – ein weiterer kulinarischer Höhepunkt.

Am Donnerstag stand das berühmte Niederegger Marzipanmuseum auf dem Programm. Nach einer interessanten Führung ließen wir es uns nicht nehmen, im weltberühmten Café Niederegger Marzipantorte, Kakao und andere Leckereien zu probieren. Der Nachmittag bot Zeit für eigene Erkundungen und kleine Einkaufstouren. Auch ein Besuch bei Burger King gehörte dazu – der bei den Schülerinnen und Schüler auf großen Anklang traf. Anschließend wurde zwei Stunden lang gebowlt, wobei die Zeit wie im Flug verging.

Ein ganz besonderer Aspekt dieser Fahrt war, dass alle Restaurantbesuche im Vorfeld organisiert waren. Durch die freundliche Unterstützung der Gastronomiebetriebe erhielten wir überall spezielle Konditionen und Rabatte. So wurde es möglich, in angesagten und beliebten Restaurants der Stadt zu essen und den Schülerinnen und Schülern Erlebnisse zu bieten, die weit über eine gewöhnliche Klassenfahrt hinausgehen.

Neben den vielen Programmpunkten bleibt vor allem eines in Erinnerung: das starke Gemeinschaftsgefühl. Die Klasse ist in diesen Tagen noch enger zusammengewachsen, hat gemeinsam Neues entdeckt und viele schöne Momente erlebt. Dazu trug nicht zuletzt das durchweg sonnige Wetter bei, das die Reise zusätzlich bereicherte.

Besonders erfreulich war, dass unsere Schülerinnen und Schüler überall großes Lob erhielten – sei es vom Zugpersonal, von Museumsmitarbeitenden oder von Passanten. Ihr Verhalten, ihre Offenheit und ihr respektvoller Umgang miteinander machten diese Fahrt auch für Außenstehende zu etwas Besonderem.

Am Freitag traten wir schließlich die Rückreise an und erreichten planmäßig wieder unsere Insel.

Ein herzlicher Dank gilt Marlies von Holdt für ihre engagierte Begleitung sowie allen Beteiligten, die diese rundum gelungene, abwechslungsreiche und zugleich kostengünstige Klassenfahrt möglich gemacht haben.

 

Markus Bürger