Am Freitag, den 12. Juni, erhielt die Hermann-Neuton-Paulsen-Schule besonderen Besuch: Christian Koprek-Bremer von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) war zu Gast und vermittelte den Schülerinnen und Schülern der Klassen 5 bis 10 spannende Einblicke in die Arbeit der Seenotretter.
In den ersten beiden Unterrichtsstunden berichtete Christian Koprek-Bermer über die Geschichte der DGzRS, ihre Aufgaben und Einsatzgebiete sowie über die verschiedenen Rettungseinheiten und Schiffe. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, wie Einsätze auf See ablaufen und welche Herausforderungen die Besatzungen bei Sturm, hohem Wellengang und schwierigen Wetterbedingungen bewältigen müssen.
Besonders beeindruckend waren die gezeigten Bilder und Berichte von Rettungseinsätzen auf der Nord- und Ostsee. Sie machten deutlich, wie wichtig die Arbeit der Seenotretter für die Sicherheit auf See ist. Auch schwierige Einsätze wurden thematisiert, etwa Situationen, in denen Menschen trotz aller Bemühungen nicht mehr gerettet werden konnten.
Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger wurde bereits 1865 gegründet und ist für die Seenotrettung in den deutschen Nord- und Ostseegebieten zuständig. Bemerkenswert ist, dass die DGzRS ihre Arbeit ausschließlich durch Spenden finanziert. Staatliche Zuschüsse erhält die Organisation nicht. Umso wichtiger sind die zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützer, die die lebensrettende Arbeit auf See ermöglichen.
Nach dem Vortrag ging es für die Schülerinnen und Schüler zum Alten Hafen, wo der Seenotrettungskreuzer „Eiswette“ festgemacht hatte. Dort konnten sie die Besatzung kennenlernen und zahlreiche Fragen stellen. Ein kurzer Blick in den Maschinenraum war ebenso möglich wie die Besichtigung verschiedener Bereiche des Schiffes.
Besonders großes Interesse weckte die Brücke des Seenotrettungskreuzers. Viele Schülerinnen und Schüler nannten sie später als das Highlight des Tages. Hier erklärte der Schiffsführer anschaulich die technische Ausstattung und die Navigation des Schiffes. Auch das Tochterboot „Novize“, das bei Rettungseinsätzen in flachen Gewässern oder schwer zugänglichen Bereichen eingesetzt wird, stieß auf großes Interesse.
Spannend war auch die Geschichte hinter dem Namen „Eiswette“. In Bremen gibt es seit Jahrhunderten die Tradition der sogenannten Eiswette. Dabei wird symbolisch darauf gewettet, ob die Weser im Winter zufriert oder nicht. Die Erlöse dieser traditionsreichen Veranstaltung kommen seit vielen Jahren der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger zugute. Als Zeichen dieser Verbundenheit erhielt der Seenotrettungskreuzer seinen Namen.
Das Fazit der Schülerinnen und Schüler fiel durchweg positiv aus. Die Kombination aus theoretischen Informationen in der Schule und den praktischen Einblicken an Bord machte den Tag zu einem besonderen Erlebnis. Gerade für Kinder und Jugendliche auf einer Nordseeinsel war es spannend zu erfahren, wie Hilfe auf See organisiert wird und welche Menschen hinter den Rettungseinsätzen stehen.
Aufgrund der vielen positiven Rückmeldungen wird nun überlegt, den Besuch der Seenotretter künftig regelmäßig – alle zwei Jahre – in den Schulkalender aufzunehmen. Der Tag war für alle Beteiligten eine große Bereicherung und vermittelte eindrucksvoll, wie wichtig die Arbeit der Seenotretter für die Sicherheit auf unseren Meeren ist.

